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Portraits selbst fotografiert

Freitag, 22. Juli 2016

Menschen faszinieren Menschen. Wer Menschen fotografieren will, muss Menschen mögen, so wie sie sind. Man sagt: “Die Chemie muss stimmen!” Nur dann erhalten Sie ungezwungene, natürlich wirkende Portraits.

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Die besten Fotomodelle gibt es in Ihrer Familie, Ihrem Freundeskreis. Wen immer Sie fotografieren wollen, schaffen Sie erst einmal eine entspannte Atmosphäre. Nach einer Weile hat sich ihr “Fotomodell” an die Kamera gewöhnt. Einen entspannten und natürlich wirkenden Gesichtsausdruck erhalten Sie am leichtesten, wenn die Person sich nicht beobachtet fühlt - also nicht ständig daran denken muss, dass sie fotografiert werden soll.
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Nutzen Sie Familienfeste für ein Gruppenfoto. Mit Großeltern, Eltern, Geschwistern auf einem Foto, schaffen Sie Aufnahmen von unschätzbarem, persönlichem Wert. Bauen Sie die Familie um die Großeltern herum auf, die zum Beispiel in der Mittel auf Stühlen sitzen. Die Eltern und Schwiegereltern links und rechts davon stehend. Die Enkel sitzen auf dem Schoß der Großeltern oder hocken zu deren Füssen auf dem Boden oder einem kleinen Hocker. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien lauf. Sie werden sehen, der Familie wird das Ganze sichtlich Spaß machen.

Einer fehlt immer auf einem Familienportrait: Der Fotograf. Das muss nicht sein, denn die meisten Kameras haben einen Selbstauslöser oder können fern ausgelöst werden. Dazu verwenden Sie am besten ein Stativ oder eine feste Unterlage. Dann bestimmen Sie den Bildausschnitt mit dem Zoom Ihrer Kamera und suchen sich einen Platz, wo Sie als Familienmitglied stehen wollen. Stellen Sie Ihre Kamera auf Selbstauslöser und stellen sich zu der Gruppe. In der Regel haben Sie dazu 10 Sekunden Zeit. Genügend Zeit, um sich mit einem freundlichen, ungezwungenen Lächeln auf die Aufnahme vorzubereiten. Die Kamera übernimmt die Schärfeeinstellung und die automatische Belichtung. Wenn Sie nichts dem Zufall überlassen wollen, empfiehlt es sich die Schärfe manuell einzustellen, damit der richtige Bereich im Gruppenfoto scharf abgebildet wird.

Manche Kameras besitzen einen Infrarot-Empfänger und können über einen Handauslöser betätigt werden. Das hat den Vorteil, dass Sie einfach unbemerkt Ihre Kamera auslösen können, sobald alle Personen locker sind. Mit dem Fernauslöser können Sie gleich mehrere Fotos nacheinander aufnehmen, ohne zwischen Kamera und Gruppe hin und her laufen zu müssen. Mehrere Aufnahmen hintereinander sind immer gut, weil bestimmt irgendjemand in der Gruppe die Augen zu hatte.Wenn Sie Ihr Portrait mit einem Blitzgerät ausleuchten wollen, nehmen Sie am besten ein externes Blitzgerät und halten Sie es etwa eine Armlänge, etwas erhöht links neben die Kamera. So erhalten Sie eine bessere, plastische Ausleuchtung.

Besser ist es das Umgebungslicht zu nutzen. Digitalkameras liefern auch bei schwachem Licht noch gute Ergebnisse. Mit der ISO-Auwahl können Sie die Lichtempfindlichkeit Ihrer Kamera erhöhen, egeal ob schwaches Tageslicht von draußen oder künstliches Licht im Raum von der Wand- oder Deckenleuchte. Doch vorsicht, zu hohe ISO-EInstellungen können zu Bildrauschen führen. Die Motive wirken dann körnig. Bei wenig Licht wählt die Kamera länge Verschlusszeiten. Denken Sie daran, bei Verschlusszeiten von 1/30 oder noch länger, ist ein Stativ oder ein fester Untergrund, auf den Sie Ihre Kamera stellen oder sich abstützen können, ratsam.  Beachten Sie bei wenig Licht, dass sich Ihr Fotomodell nicht bewegt, sonst ist Ihre Aufnahme gleich verwischt.
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Platzieren Sie bei Einzelpersonen Ihr Motiv nicht in die Bildmitte. Es sei denn, das Motiv fordert Ausgewogenheit durch Form und Gestik. Ihr Portrait gewinnt an Dynamik, wenn Sie es aus der Mitte nach rechts oder links positionieren. Schauen Sie sich unseren Beitrag “Bildgestaltung” und “Goldener Schnitt” an. Gehen Sie mit Ihrem Zoom näher ran. Betonen Sie Augen und Mund. Wählen Sie eine offene Blende, damit sich das Portrait vom Hintergrund abgebt. Wählen Sie einen größeren Bildausschnitt, wenn Sie zum Beispiel die Person in einem markanten Umfeld, am Arbeitsplatz oder in seiner Wohnung zeigen wollen.

Nichts geht über Studieren. Die heutigen digitalen Kameras machen es möglich, die Aufnahme sofort zu kontrollieren, nicht gelungene Aufnahmen zu löschen, um neue Motive auszuprobieren.
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Fotos: Olly, Pressmaster, Hunor Christo

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